Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Interessierte,
in den letzten Wochen durfte ich hier auf Bali ein ganz besonderes Ereignis miterleben, das mir noch lange im Kopf bleiben wird: Nyepi, das balinesische Neujahr.
Nyepi ist ganz anders, als man sich ein Neujahrsfest vielleicht vorstellt. Es ist kein lautes Feiern, kein Feuerwerk und keine Partys. Ganz im Gegenteil. Nyepi ist ein Tag der völligen Stille. Auf ganz Bali kehrt für 24 Stunden Ruhe ein. Es wird nicht gearbeitet, nicht gereist, kein Licht gemacht und selbst der Flughafen bleibt geschlossen. Die Straßen sind leer, alles ist ruhig und man hat das Gefühl, dass die ganze Insel einmal tief durchatmet.
Dieses Jahr fiel Nyepi auf den 19. März. Schon die Tage davor waren besonders spannend. Überall auf der Insel wurden große Figuren gebaut, die sogenannten Ogoh-Ogoh. Diese stellen böse Geister dar und werden am Abend vor Nyepi in großen Umzügen durch die Straßen getragen. Am Ende werden die Figuren oft verbrannt, um symbolisch das Böse zu vertreiben.
Und dann kommt der komplette Gegensatz. Am nächsten Tag ist einfach alles still.
Für mich war dieser Tag eine ganz neue Erfahrung. Anfangs war es ungewohnt, wirklich nichts machen zu können und auch zu wissen, dass draußen einfach nichts passiert. Kein Verkehr, keine Musik. Aber genau darin lag auch etwas sehr Schönes.
Nyepi hat für die Balinesen eine tiefere Bedeutung. Es geht darum, das neue Jahr bewusst und gereinigt zu beginnen. Durch die Stille sollen auch die Geister denken, dass die Insel verlassen ist und weiterziehen. Gleichzeitig ist es eine Zeit für Selbstreflexion und einen inneren Neuanfang.
Ich finde diese Idee sehr schön. Gerade in einer Welt, in der immer alles schnell geht und man ständig beschäftigt ist, tut so ein Tag der Stille unglaublich gut. Es hat mir gezeigt, wie wertvoll Ruhe sein kann und wie wichtig es ist, sich auch mal bewusst Zeit für sich selbst zu nehmen.
Ich bin sehr dankbar, dass ich dieses Fest hier miterleben durfte.
Bis ganz bald!
Jona