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ARI-Flughafen

Gruppenfoto von Menschen, die sich auf einem Weg im Freien die Hände in die Mitte legen, Teamgeist.
Freundschaften im ARI. (Foto: EMS/ Gruß)

Jetzt heißt es Endspurt für mich. Dies ist meine letzte Woche im ARI. Es macht mich sehr traurig, all die tollen Menschen hier zu verlassen. Viele von ihnen werde ich vielleicht nie wiedersehen. Ich habe hier so viele Erfahrungen gesammelt – positive wie negative. Trotzdem waren sie alle wertvoll. Ich habe gelernt und lerne immer noch, was es bedeutet, erwachsen zu sein: Für mich ist es äußerst wichtig, Menschen um mich zu haben, die mich unterstützen und liebhaben. Menschliche Verbindungen sind meiner Meinung nach essenziell, auch wenn es nicht immer leicht ist, mit Menschen unterschiedlicher Ansichten auszukommen. Aber wie das ARI-Motto sagt: „That We May Live Together“ – wir sollten alle unser Bestes geben, um miteinander zu leben.

In diesem Monat ist so viel passiert, dass ich kaum Zeit hatte, darüber nachzudenken, dass ich schon bald wieder zurück nach Deutschland muss. Trotzdem möchte ich noch ein paar Highlights aus diesem und dem vergangenen Monat mit euch teilen: Wir haben inzwischen fünf Babyziegen. Sie sind alle sehr frech und voller Energie. Besonders unser Gemüse hat es ihnen angetan. Aber das muss wohl bedeuten, dass das, was wir anbauen, besonders lecker ist. Trotz allem liebe ich die Ziegen und habe viel Freude daran, mich um sie zu kümmern. Leider ist eines der Zicklein bei der Geburt gestorben. Sonst hätten wir jetzt sechs kleine, kletterbegeisterte Babys. Sie lieben es, auf Menschen herumzuklettern. Mittlerweile sind sie allerdings etwas zu schwer geworden, und ihre Hufe können auf dem Rücken ziemlich schmerzhaft sein.

Seit Anfang des Monats melken wir zwei der Ziegenmütter. Die Participants haben mir beigebracht, wie das Melken funktioniert. Ich glaube allerdings, dass ich kein besonderes Talent dafür habe. Bis jetzt bin ich immer noch sehr langsam. Trotzdem finde ich es spannend, diese Fähigkeit gelernt zu haben.

Ein weiteres Highlight waren die Volunteer-Präsentationen im letzten Monat. Alle Volunteers mussten eine fünfminütige Präsentation über versteckte Aspekte des Volunteerings im ARI halten. Ich halte nicht gerne Vorträge vor vielen Menschen. Trotzdem war die Erfahrung insgesamt positiv, und ich bin froh, dass ich sie hinter mir habe. Die Participants hingegen müssen insgesamt drei Präsentationen vor der gesamten Community halten. Außerdem haben wir Volunteers gemeinsam ein Community Event geplant. Jeden Monat findet ein solches Event statt, das normalerweise vom Staff organisiert wird. Dabei verlässt die gesamte Community für einige Stunden den Campus, um gemeinsam etwas Schönes zu unternehmen. Wir haben einen Ausflug in einen nahegelegenen Park organisiert. Zum Glück hat das Wetter mitgespielt, und wir konnten erfolgreich einige Spiele spielen. Zum Mittagessen hatten wir im Voraus philippinisches Adobo gekocht. Die Planung hat zwar viel Zeit in Anspruch genommen, aber das Community Event war ein voller Erfolg. Ich glaube, alle hatten Spaß.

Ich möchte auch von meinem Lowlight dieses Monats erzählen. Der Volunteer Koffi aus Togo hat das ARI verlassen. Das hat mich sehr traurig gemacht, weil wir gute Freunde geworden waren. Leider gehört es zum ARI dazu, häufig Abschied nehmen zu müssen. Viele Volunteers kommen und gehen – nur Staff bleibt meistens für mehrere Jahre. In seinem letzten Morning Gathering verglich der Volunteer aus Togo das ARI mit einem Flughafen: Viele Menschen kommen und viele gehen. ARI ist wie ein riesiger Flughafen. Wie Äthiopien in Afrika, Istanbul, Dubai oder Frankfurt. Fast alle warten auf den in absehbarer Zeit kommenden Flug. Andere wiederum arbeiten in dem Flughafen. Einige der Arbeitenden träumen sogar davon den Mut zu haben sich ein Ticket zu kaufen und zu gehen. Manche werden nie gehen. Die, die auf den nächsten Flug warten, haben einen längeren oder kürzeren Zwischenstopp. Für manche wird dieser Flug nie kommen. Ich glaube, das ist einer der schwierigsten Aspekte des Lebens hier. Für mich bedeutet es nun, dass mein Zwischenstopp zu ende ist und ich meinen nächsten Flug antreten muss, denn in Deutschland wartet bereits ein neues Abenteuer auf mich.

Dies ist mein letzter Eintrag, deshalb vielen Dank fürs Lesen.

Liebe Grüße,

Smilla

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