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Zwischen Reisfeldern und Würde: Sommerbeginn in Japan

Grüne Felder und Häuser unter blauem Himmel in ländlicher Gegend.
Grüne Reisfelder (Foto: EMS/Gruß)

Der Sommer beginnt!

Jetzt wird es richtig warm, die Tage sind länger, die Natur erstrahlt in Grün und die Insekten kommen raus.

Es ist so schön, am Wochenende mit dem Fahrrad durch Reisfelder zu fahren. Die Reispflanzen sind diesen Monat in die mit Wasser überfluteten Felder umgesetzt worden. Der Himmel spiegelt sich im Wasser und das zarte Grün der Reispflanzen sieht wunderschön aus.

Morgens höre ich die Vögel zwitschern und auf dem Weg zu meinen Aufgaben begegne ich mir unbekannten Insekten. Besonders einer Art von Raupe begegne ich öfter: die Brauner-Bär-Raupe. Sie ist sehr haarig, braun und überraschend groß. Davor ist sie mir noch nie in Deutschland aufgefallen, jedoch gibt es sie auch dort. Doch ab und zu sind auch ein paar gefährliche Insekten dabei. Z. B. den Japanischen Riesenläufer, einen Hundertfüßer mit rotem Kopf und schwarzem Körper, der bis zu 20 cm lang werden kann. Außerdem ist er giftig. Wenn eines der Tiere sich bedroht fühlt, beißt es, was bei Menschen zu Schwellungen und Fieber führen kann.

Doch außer den Insekten gibt es noch viel Spannenderes zu berichten. Die neuen Participants kamen Ende März. Jetzt ist ARI wieder voller Leben. In den ersten Wochen hatten sie viele Orientierungen, also Einweisungen für das Geschirrspülen, die Müllsortierung, das Kümmern um die verschiedenen Nutztiere usw. Die Participants hatten auch Unterricht in Japanisch, um sich außerhalb des Campus verständigen zu können. Zwei Wochen nachdem sie hier angekommen waren, habe ich mir Urlaub genommen und bin mit meiner Familie durch Japan gereist. Es war sehr schön, meiner Familie Japan und das ARI zu zeigen, von denen ich zuvor nur durch Bilder und Nachrichten berichten konnte. Wir haben die Großstädte Tokio, Osaka, Kyoto und Hiroshima besucht und ich habe Japan von einer ganz anderen Seite gesehen. Danach hat meine Familie noch für drei Tage beim ARI übernachtet. Ich war richtig glücklich, meine Eltern und Geschwister wiederzusehen, und so dankbar, dass es möglich war.

Da sich meine Zeit hier dem Ende nähert, habe ich beschlossen, zwei Tage lang dem Unterricht der Participants beizuwohnen. Wir Volunteers haben die Möglichkeit, vier Unterrichtseinheiten mitzumachen. Besonders die letzten zwei haben mich sehr beeindruckt. Diese Einheiten waren über Würde. Sie haben mich viel zum Nachdenken angeregt. Ich habe die Definition von Würde gelernt und wie einfach es ist, sie aus Versehen zu verletzen.

Ein Highlight für mich war noch der Ausflug in die Präfektur Fukushima. Eine Commuting Volunteer, also eine Freiwillige, die einmal pro Woche mithilft, hat zwei Volunteers und mich eingeladen. Wir sind dann zusammen an einem Wochenende zur Burg Shirakawa-Komine gefahren. Das ist eine sehr schöne Burg, die auf einem Berg liegt. Sie ist durch Burgmauern und Vorrichtungen vor Angreifern geschützt. Es gibt mehrere Klappen, von denen man heißes Wasser und Steine auf die Feinde fallen lassen kann. Zum Glück hatten wir super Wetter mit Sonnenschein und blauem Himmel. Danach sind wir Sushi essen gegangen. Obwohl ich Vegetarierin bin, ist es kein Problem, zu Sushi-Fast-Food-Ketten wie Hama Sushi zu gehen. Denn dort gibt es viel Auswahl mit Gemüse und Ei. Mein Lieblingsgericht ist Inari. Das sind frittierte Tofutaschen gefüllt mit Reis. Das schmeckt mir unglaublich gut. Und nachdem wir uns den Bauch vollgeschlagen hatten, machten wir einen Verdauungsspaziergang in einem Park mit See. Nach einem Eis ging es dann für uns zurück.

Das war ein sehr schöner Tag und wir vier haben ihn genossen.

Grüße aus Japan

Smilla

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